Dominanz · Konsequenz · Verantwortung
Wenn eine Aufgabe nicht erfüllt wird
Regeln erhalten erst Gewicht, wenn Klarheit, Verantwortung und vorher vereinbarte Konsequenzen zusammengehören.
Eine Aufgabe wurde nicht erledigt – oder nur halbherzig. Was folgt daraus?
In einer vereinbarten dominanten Dynamik können Konsequenzen einen starken Reiz entfalten. Sie geben Regeln Gewicht und machen spürbar, dass Aufmerksamkeit, Disziplin und Verlässlichkeit nicht nur leere Worte sind. Für mich muss eine Konsequenz aber zur Person, zur Aufgabe und zu den vorher getroffenen Absprachen passen.
Eine Strafe ist kein Freibrief. Sie darf nur innerhalb freiwillig vereinbarter Grenzen stattfinden. Vorher muss klar sein, welche Formen grundsätzlich infrage kommen, was ausgeschlossen ist und wie eine Situation sofort beendet werden kann. Auch eine fantasierte Erniedrigung bleibt einvernehmliches Spiel.
Manchmal wirkt bereits eine strenge Ansprache. In anderen Fällen kann eine Wiederholungsaufgabe, der zeitweise Entzug eines Privilegs oder eine körperliche Konsequenz vereinbart sein. Entscheidend ist nicht möglichst große Härte, sondern eine nachvollziehbare Verbindung zum vorherigen Verhalten.
Eine öffentliche Bloßstellung ist für mich keine spontane Idee, die ohne Rücksicht umgesetzt werden darf. Unbeteiligte Menschen gehören nicht ungefragt in ein Spiel. Was im Kopf besonders aufregend wirkt, sollte deshalb in einer privaten, kontrollierten Umgebung inszeniert werden.
Gute Erziehung innerhalb einer BDSM-Dynamik lebt für mich von Klarheit: Die Aufgabe war verständlich. Die Regel war bekannt. Die Konsequenz wurde nicht aus echter Wut verhängt. Anschließend wird geprüft, wie die Situation erlebt wurde und ob Nachsorge notwendig ist.
Dominanz zeigt sich nicht darin, die Kontrolle zu verlieren. Sie zeigt sich darin, Verantwortung für die eigene Entscheidung und für das Gegenüber zu tragen. Erst dann wird aus einer Konsequenz ein intensiver, aber sicherer Teil des gemeinsamen Spiels.
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